Ausstellungen werden auch 'Zuchtschauen' genannt und sind ganz wichtig für die Menschen, aber auch für mich. Für die Menschen sind sie Jahrmärkte der Eitelkeiten. Man(n) kommt in Schlips und Kragen und frau verwandelt sich in das Outfit von Paris Hilton oder Alice Schwarzer, jedenfalls einige. Zugige Messehallen im Winter oder morastiger Übungsplatz bei Landregen im Sommer sind da kein Hinderungsgrund.
Nachfolgend will ich über einige Erlebnisse auf meinen Ausstellungsbesuchen berichten.
Weilheim/Obb., 24. Oktober 2009. Ein Bayern-Fan bin ich schon seit langem. Das hat weniger mit den Fußballern aus München zu tun, vielmehr gefallen mir das Land, die Leute und die bayrische Lebensart. Bisher unternahm ich meine Reisen hierher jedoch ausschließlich zu Erholungszwecken. Nun war es eine wichtige Dienstreise.
Die Ortsgruppe Ammersee im KfT hat zur 25. Spezialausstellung für Terrier in die Hochlandhalle Weilheim eingeladen. Ja, ihr habt richtig gelesen: Hochlandhalle! Die haben tatsächlich extra für mich, Highlander, eine Halle gebaut. Da habe ich mich natürlich sofort auf den Weg bzw. auf die Autobahn gemacht. 430 Kilometer von der Weißen Elster an die Ammer sind ja nicht gerade ein Katzensprung – aber es hat sich gelohnt.
Zugegeben, ich stand arg unter Erfolgszwang, wollte unbedingt noch in diesem Herbst in die Championsleague aufsteigen. Eine Anwartschaft musste also noch her und als ich die wunderschönen goldblauen CAC-Schleifen sah, schoss mir ein Adrenalinstoß durch die Adern … heute oder nie!
Die Konkurrenz war stark, ich aber auch. Nach meinem exzellenten Vortrag im Ring und auf dem Präsentiertisch und einer ebenso souveränen Leistung des Zuchtrichters erhielt ich das „Vorzüglich 1“ sowie die beiden CAC für den VDH- und für den KfT-Champion. Und natürlich die königsblaue Auszeichnung, auf die ich so scharf war und die auch dem legendären Bayernkönig alle Ehre gemacht hätte.
Am Tag nach meinem Triumph – es war Sonntag – habe ich auf dem Heiligen Berg von Andechs unter weißblauem Himmel in tiefer Demut Andacht gehalten und dann mein Team Torin im Einklang von Leib und Seele mit einer deftigen Brotzeit und einem Schnäpschen aus der Klosterbrennerei verwöhnt. Ihr seht, in den wirklich großen Momenten meines Lebens bin ich zu grenzenloser Großzügigkeit fähig.
Übrigens nennt man die Gegend hier ‚Pfaffenwinkel‘ – gesehen hab ich keinen.
Samstag, 12.09.2009. 14. Internationale Rassehundeausstellung in Leipzig. Über 5.400 Hunde aus 240 verschiedenen Rassen. Großartige Kulisse.
Mein Ergebnis: Formwertnote Vorzüglich Platz 2
Nun seid ihr wohl enttäuscht und denkt, ich könnte mit Zweitplatzierungen nicht umgehen? Weit gefehlt. Wichtig ist zuallererst: Ich war dabei - und das ist gut so!
Und auf meine Bewertung bin ich auch stolz! Basta!
Nein, auf meine heutigen Standfotos müsst ihr nicht verzichten. Diesmal allerdings ohne Pokal, hab ja schon einige.
Nachtrag:
Es wird nichts unter den Teppich gekehrt. Mein Ergebnis vom Sonntag: Die Richterin Frau Möller-Sieber gab mir die
Formwertnote Sehr gut Platz 2
Take it easy, nimm’s leicht, hast du auch wieder mal nichts erreicht. Spiel’ nicht verrückt, mach’ dir nichts draus, keep on smiling und lern’ daraus.
(Tom Astor)
… zuerst am letzten Augustwochenende einen neuen Landtag - und das ging ordentlich daneben! So richtig gewonnen hat keiner, aber einige haben mächtig Federn gelassen. Wie die Krähe neulich, die ihr Abfluggewicht unterschätzt hat und Opfer meines missratenen Antijagdtrainings geworden ist. Unser Landesvater hat die Flinte ins Korn geworfen und jetzt war der Freistaat kopflos. Was nun?
Am 6. September 2009 hat die Ortsgruppe Nordhausen im Klub für Terrier die Initiative ergriffen und Neuwahlen angesetzt. Im schönen Naherholungsgebiet „Possen“ bei Sondershausen hat man auf der 11. Terrier-Spezial-Ausstellung Thüringens Beste gewählt und Torin (ja, ich!) ist erneut zum Best of Breed erkoren worden. Damit verfügt das grüne Herz Deutschlands wieder über einen charismatischen Führer und es ist mir ziemlich wurscht, wer demnächst unter mir zum Ministerpräsidenten ausgewürfelt wird.
Mal ganz nebenbei: Der Name "Possen" hat nichts, aber auch gar nichts mit den Provinzpossen zu tun, die gegenwärtig in unserer Landeshauptstadt aufgeführt werden!
Die Konkurrenz war weltoffen. Man reiste sogar aus dem Ruhrgebiet an, um die begehrte Trophäe zu gewinnen. Namhafte Kennels schickten ihre Vertreter hoffnungsvoll in den Ring - aber am Sonntag war ich der Größte!
„… vollzahniges Scherengebiss, sehr schöner kräftiger Typ, vorzügliche obere und untere Linie, korrekt aufgerippt (??!!), vorzügliche Haartextur …“ und so weiter und so weiter - mein Judge‘s report liest sich wie die Personalakte von Mister Universum.
Die meteorlogischen Umstände entsprachen nicht dem Niveau des Events, oder auf gut Deutsch: Das Wetter war beschissen! Aber ein Schönwetterhund wollte ich auch nie sein. Man kennt ja mein Motto: „Auch ohne Föhn und Sonnenschein trag ich meine Siege heim.“
Dafür hat sich mein Co-Trainer als ausgesprochener Glücksgriff erwiesen. Ohne ihn wäre mir der Weg zum Ruhm um einiges länger geworden.
Zum Schluss gratuliere ich meinem kleinen Welsh Terrier Kumpel „Sonny Boy“ aus Triebes ganz herzlich zum ersten Jugend-CAC. Super gemacht. So habe ich auch mal angefangen!
Mittenwalde bei Berlin, 25.07.2009. Mit einem Start auf dieser Ausstellung habe ich schon lange geliebäugelt. Erstens ist Berlin schon immer eine Reise wert und zweitens passt die Bezeichnung „Himmelhund“ ja auch so treffend zu mir. Also nichts wie hin zur 9. Spezialzuchtschau für Terrier der Ortsgruppe Berliner Himmelhunde in Mittenwalde am Rande unserer Hauptstadt.
Ausgeruht und gut erholt vom Urlaub trat ich zum ersten Mal in der offenen Klasse an. Nein, das versteht ihr jetzt falsch. Offene Klasse hat nichts mit den Gewichtskategorien der Suomi-Ringer zu tun - ich habe in den Ferien durch mein ausgefeiltes Fitness-Programm kein Gramm zugenommen! Aus gutem Grund nennt man mich bei uns im Swingerclub scherzhaft auch gern „Torin, die rote Kanaille mit der Wespentaille“.
Die offene Klasse bedeutet einfach, dass ich nun endgültig im „adult age“, also im Erwachsenenalter angekommen bin. Okay, man sieht es mir nicht an. Aber vielleicht bin ich mit dem Gen der ewigen Jugend gesegnet?
Jedenfalls war mein Auftritt bei den Himmelhunden wieder ein voller Erfolg. Vorzügliche Bewertung mit V 1 durch die estländische Richterin sowie beide CAC für KfT und VDH waren der Lohn für meine intensive Vorbereitung. Einige Beurteilungen von ihr haben mir besonders gut gefallen: „... eleganter Rüde, ... sehr gut bemuskelt (hört, hört!!) und ... freie temperamentvolle Bewegung.“ Da könnt ihr mal wieder sehen, was für ein kerniger Kerl ich bin.
Zugegeben, die Bildausbeute war heute extrem schmal. Lag es an den häufigen Gewitterschauern oder an Standortschwierigkeiten der Kamerafrau? Keine Ahnung. Nehmt die paar Fotos eben einfach als Beweis, dass ich da gewesen bin.
Übrigens gab’s für die Sieger diesmal nicht die üblichen Blechvasen und Papierschleifen, sondern Handtuch und Badestola im Set aus feinstem Frottee. Da merkt man doch sofort, dass die Berliner nicht nur eine sympathisch lose Schnauze haben, sondern bis auf die paar Träumer im Regierungsviertel auch ein ausgesprochen praktisch veranlagtes Völkchen sind. Prima gemacht!
Erfurt, 13./14. Juni 2009. Das Wichtigste zuerst! Meine Ergebnisse auf der Nationalen und Internationale Rassehundeausstellung in unserer Thüringer Landeshauptstadt können sich sehen lassen:
National: Formwertnote Vorzüglich, Platz 1 Anwartschaft Deutscher Champion VDH Reserve CAC Champion KfT
International: Formwertnote Vorzüglich, Platz 1 Anwartschaft Deutscher Champion VDH Reserve CAC Champion KfT Reserve CACIB Internationaler Schönheits-Champion
Ich hab’s euch ja neulich schon gesagt – mit mir muss man immer rechnen. Nun wollt ihr sicher wissen, was es mit „Reserve“ auf sich hat. Das zu erklären ist ungeheuer kompliziert. Ungefähr so, als wenn mein häuslicher Mittelstürmer seiner besseren Hälfte die Abseitsregel beim Fußball beibringen will. Aussichtslos!
Stark vereinfacht gesagt heißt „Reserve“, es gab einen, der noch besser war als ich. Unmöglich, meint ihr? Ich versteh euch ja, aber so was muss man sportlich sehen und akzeptieren, darin besteht ja gerade meine moralische Größe. Alle in der Szene kennen Body, es gibt wohl zur Zeit keinen, der ihn besiegen kann. Er ist ein netter Kerl und ich trete gern gegen ihn an.
Eine kleine Genugtuung habe ich dabei auch: Nach den Ausstellungsregeln muss er nämlich als amtierender Champion im Ring immer hinter mir bleiben! ‚Only in my back’ - wie wir Iren auf der Insel sagen. Und manchmal höre ich ganz leise hinter mir: „Lauf Torin, lauf“ ... das erinnert mich dann doch sehr an den Film „Forrest Gump“ mit Tom Hanks. Von dem stammt ja auch der Satz: "Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt." Passt irgendwie hierher, oder?
Aber nach dem Wettkampf wird erst mal relaxt - am liebsten in den Armen meiner Physiotherapeutin.
Schön war es in Erfurt auch, weil ich meine Mama wieder getroffen habe. Sie hat sich kaum verändert, ist immer noch die schöne Gräfin Claire vom Haseland. Bin ihr aber gewaltig über den Kopf gewachsen.
Ja, der mit der großen Klappe, das bin ich.
Mörtitz, Rote Jahne, 31. Mai 2009. Seit dem dritten Jahrhundert wird das Pfingstfest gefeiert. Immer am fünfzigsten Tag nach Ostern. Fünfzig heißt im Griechischen "pentecoste", und von daher leitet sich der Name "Pfingsten" ab. Es ist ein frohes Fest, und es erinnert uns an den Heiligen Geist, der neues Leben schenkt.
Fröhlich und besinnlich zugleich ist das Fest bis heute geblieben - auch für uns Hunde, wie die Spezialzuchtschau für Terrier der Ortsgruppe Halle/Saale am Pfingstsonntag zeigte.
An den Pfingsttagen finden viele Veranstaltungen im Freien statt. Man trifft sich in der Natur, denn der Sommer kommt immer näher. Doch was musste ich in Mörtitz erleben: Wo seid ihr denn gewesen, ihr stolzen Irish’s, die ihr sonst immer nach Formwertnoten, Anwartschaften und Titeln lechzt? Beim Blick in den Katalog stockte mir der Atem - ich war als einziger männlicher Rassevertreter gemeldet! Nun musste ich repräsentativ für euch alle die Ehre der IT-Rüden auf meine Schultern packen ... und das am Feiertag! Klar konntet ihr mir vertrauen, habe das V 1, CAC und VDH geholt. Aber oft wird es solche One Man Shows mit mir nicht geben!
Und die gelisteten IT-Mädchen? Sie haben allesamt geschwänzt. Bis auf die schöne Fairytale, der ich - ganz Kavalier - später den Vortritt gelassen habe. War auch richtig so, sie hat es noch bis zur „Best in Show“ gebracht. Herzlichen Glückwunsch!
Flöha/Sa., 24. Mai 2009. Die Bayern hatten einen König, die Preußen auch. Seit heute haben die Sachsen, dieses muntere Volk - die dort leben wo in Deutschland die Sonne zuerst aufgeht - auch wieder einen König: MICH!!!
Ihr findet das hochstaplerisch und übertrieben? Mitnichten! Vor einem Jahr wurde ich als junger Bengel am Fuße der Augustusburg zum „Jugendsieger Sachsen“ erkoren. Knapp 12 Monate später hat mich nun die ehrwürdige Landesgruppe im Klub für Terrier von 1894 heute am gleichen Ort und im besten Mannesalter auf den Thron des „Siegers von Sachsen“ gehoben, mit dem Zepter eines V 1 und der Krone des CAC.
Natürlich werde ich dort als Monarch keine Regierungsgeschäfte ausüben, habe hier zu Hause in Thüringen genug für (Un-) Ordnung zu sorgen. Ich sehe meine Mission mehr staatstragend - als Kosmopolit der stolzen Irish Terrier Fraktion im Osten Deutschlands: Geboren in Niedersachsen, beheimatet in Thüringen, geliebt von den Sachsen!
God Save Saxonia ... (und irish-torin)!
Flöha/Sa., 23. Mai 2009. Es war die 16. Erzgebirgsschau der KfT Ortsgruppe Chemnitz auf der ich heute zum erstmals BOB wurde. Nein, BOB ist keine spezielle Wintersportart im Erzgebirge, auch bin ich jetzt nicht „BOB, der Baumeister“. Den Laien unter euch verrate ich, was die Experten natürlich längst wissen: BOB heißt „Best of Breed“ oder auf deutsch: Bester Hund der Rasse!
Heute stimmte alles. Es war Kaiserwetter in Sachsen, wo es doch bei denen bisher nur Könige gab. Ich kam mir vor wie August der Starke, bestgelaunt und in vorzüglicher Kondition. Mein Management hatte ich bereits bei der Anreise auf Sieg eingeschworen und offen mit Rücktritt gedroht, falls was schief laufen sollte. Ja so bin ich nun mal: Was ich von anderen verlange, fordere ich natürlich zuerst von mir selbst!
Meine Bewertung durch die freundliche ungarische Richterin sieht so aus:
Formwertnote V 1, CAC KfT, CAC VDH, Bester Rüde und Best of Breed.
Startnummer 25, das bin ich!
Den heutigen Erfolg widme ich vor allem meinen vier Welpen „Purple Haze“ im Haseland. Vielleicht tritt mal einer von ihnen in meine Fußstapfen - es würde mich freuen.
Mein Glückwunsch gilt natürlich auch den anderen Irish Terriern, mit denen ich heute im Wettbewerb stand. Über das Wiedersehen mit der netten Züchterin aus Westsachsen habe ich mich besonders gefreut. Sie hatte mir im Welpenalter mal eine Trimmstunde gewährt, an die ich mich gern zurück erinnere.
Dresden, 5. April 2009. Heute fand die 9. Spezial-Ausstellung für Terrier statt. Es war die Jubiläumsschau „100 Jahre OG Dresden von 1909“.
Ich bin stolz auf mich: Vom irischen Richter, Herrn Tom Hehir, bekam ich die Formwertnote V 1, die Anwartschaft für den Deutschen Champion (VDH) und das Reserve-CAC. Ein tolles Ergebnis, wie ich finde.
Dass Darren von der Emsmühle heute der Bessere war, damit kann ich gut leben. Aber man wird auch weiter mit mir rechnen müssen!
Nürnberg, 17. Januar 2009. Sind ja weltbekannt und in aller Munde, diese Nürnberger „Werschdlä“. Gerade mal einen Finger lang, werden auf dem Rost gebraten und in 6er-Portionen abgegeben, denn einzeln könnte man sie auf dem Teller gar nicht erkennen. Sie sind so klein, weil man früher damit die Schlüssellöcher der Wirtshäuser verstopft hat. So konnten die Frauen nicht durchsehen, wer von ihren Männern noch in der Kneipe hockt.
Die ersten dieser Würstchen wurden im Jahr 1573 in Nürnberg verzehrt. So steht’s im Lexikon. Wahrscheinlich haben die Leute aber damals nicht alles geschafft. Die Exemplare die ich am Sonnabend bekam, müssen noch aus dieser Zeit gewesen sein, jedenfalls sahen sie so aus. Es gibt auch welche, die werden nicht gebraten, sondern in Wein- und Essigsud eingelegt. Die halten sich dann noch länger. Wusstet ihr, dass sogar der Nürnberger Stadtrat darauf achtet, was in die Wurst reinkommt? Ist doch toll!
Aber ich lob mir meine Thüringer Rostbratwurst, die mindestens viermal größer ist und auf Holzkohlenfeuer knusprig frisch gebrutzelt wird.
Was es sonst noch in Nürnberg gab? Die CACIB-Ausstellung 2009 natürlich, deshalb war ich ja dort. Ich habe mein V 1 bekommen und die VDH-Anwartschaft. Bin ganz zufrieden damit, das Jahr fängt ja erst an. Und den anderen neun anwesenden Irish Terriern - meine Mama war auch dabei - gratuliere ich herzlich zu ihren Ergebnissen. Man sieht sich ja bei Gelegenheit wieder.
Als jugendlicher Heißsporn besuchte ich 2008 ein Dutzend Ausstellungen, internationale, nationale und Spezialzuchtschauen. Weil es dort Formwertnoten gibt und Anwartschaften auf den Titel und natürlich Punkte. Die Punkte kann man sammeln, wie bei uns an der Losbude auf dem Weihnachtsmarkt. Ich hatte 27 Punkte. An der Losbude bekäme ich dafür einen Plüschhund. Die Formwertnoten brauchte ich für vor allem für meine Eignung als Hundevater, aber dazu an anderer Stelle mehr. Und ohne genügend Anwartschaften wäre ich niemals Champion bei den Halbstarken geworden.
Auf den Ausstellungen wurde ich gerichtet – nein, nicht hingerichtet. Dass es gerecht zuging unterstelle ich hier einfach mal so. Die Richter nahmen ihr Amt sehr ernst, ob sie beamtet waren entzieht sich meiner Kenntnis. Ich glaube aber nicht, denn es ging alles sehr zügig.
Am schönsten war es bei Martha. Sie hat mich zweimal zu meiner vollsten Zufriedenheit gerichtet und mir jedes Mal eine Anwartschaft gegeben. Aber mein Pendant am oberen Ende der Vorführleine hat von ihr ordentlich was hinter die Ohren bekommen. Wie hat sie doch in ihrem Bericht so treffend beurteilt: „...er braucht etwas Ringtraining und sollte besser gehandelt werden“. Ja klar, Ringtraining braucht ER, nicht ich. Am liebsten hätte ich der guten Frau aus Dankbarkeit ans Bein gepinkelt – aber das verbietet mir meine gute Kinderstube.
Meine letzte Ausstellung im Jahr 2008 war die Bundessiegerschau. Toll dort! Wenn nur der Junge vom emsigen Müller nicht da gewesen wäre. Ja wenn ...? Aber der Kerl ist chic und das Ergebnis geht in Ordnung: Ich bin Zweiter geworden und er Vorletzter.