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28. August 2011 Der countdown läuft. In der kommenden Woche reise ich nach Frankfurt/M., um am „1. Ebbelwoi-Meeting für Irish Terrier“ teilzunehmen. Dazu später mehr. (Foto: © copyright Thomas Zecher) Frankfurt, das ist ein multikulturelles Dorf mit moderner Skyline. Hinter der futuristischen Hochhauskulisse verbirgt sich nicht nur Deutschlands führender Finanzplatz, sondern eine Stadt mit ausgeprägtem Sinn für Kunst, Kultur und Bodenständiges. Neben den Wolkenkratzern in der City hat sich eine heimelige Atmosphäre erhalten, die fast dörflich anmutet. Dort pflegen die Frankfurter in den alteingesessenen Apfelwein-Wirtschaften eine provinzielle und weltoffene Gemütlichkeit. So jedenfalls sieht es der ADAC-Reiseführer. Für mich ist Frankfurt die Stadt der drei „B“ … Börse - Banken - Bembel. Von dort kommen die Lottozahlen, die ARD-Wetterkarte und die Würstchen - alles was man braucht, um glücklich zu sein.
Und natürlich Holly - meine heimliche Leidenschaft. Sie lebt, wohnt und amüsiert sich in Frankfurt.
„Das Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt“, sagt der Volksmund. Wir teilen es gern und laden zu unserem Stelldichein alle Irish Terrier und ihre zweibeinigen Leinenhalter, die Zeit und Muse haben, herzlich ein dabei zu sein. Wir treffen uns am Sonnabend, den 3. September 2011 um 14.30 Uhr in Frankfurt am Main.
Selbstverständlich werde ich zu diesem Großereignis schon drei Tage vorher anreisen, damit ich auch ja nichts verpasse und um mich vom jetlag zu erholen. Für alle anderen genügt es, sich rechtzeitig zum angegebenen Zeitpunkt einzufinden. Ich freu mich drauf!
Es gibt natürlich auch eine Vor-Ort-Hotline direkt in Frankfurt. Ansprechpartnerin dort ist
17. August 2011 Die ersten Tage nach dem Urlaub sind bei uns die Hölle. Es gibt nur zwei Dinge die noch schlimmer sind als Koffer auspacken: Das Auto vom Reisedreck befreien und den Garten wieder in einen begehbaren Zustand versetzen. Dabei gäbe es viel Wichtigeres zu tun, sagt mein Seniorpartner: Zum Beispiel bei einem gut gekühlten Riesling die seit 14 Tagen liegengebliebenen Zeitungen und Zeitschriften durch zu schmökern. Oder den Nachbarn auf ein Bier einzuladen, um mit ihm die alles entscheidende Frage zu diskutieren, warum auf der A7 zwischen Hannover und Hamburg der Seitenstreifen befahren werden darf und trotzdem ein Tempolimit von 120 km/h besteht. Hält sich doch sowieso kein Schwein dran.
So etwas würde er aus Sorge um seine körperliche Unversehrtheit natürlich niemals laut sagen. Bemerkungen dieser Art erfüllen bei uns den Tatbestand des Hausfriedensbruchs. Draußen vor der Garage sah es inzwischen aus wie letzte Woche auf der dänischen Zollstation kurz hinter Flensburg. Des Autos sämtliche Innereien waren breit auf dem Pflaster verteilt. Zum Glück hatte er Motor und Getriebe noch drin gelassen. Im Innenraum roch es streng. Es war aber kein Dieselgeruch und auch nicht das Aroma von verbrannten Bremsbelägen, die bei seiner Fahrweise regelmäßig nach jeder Urlaubsfahrt erneuert werden müssen.
Wir konnten in Kappeln bei strömenden Regen unsere Fischbrötchen nur im Auto verzehren und da muss wohl so ein zwiebelringgeschmückter Hering aus der Semmel entfleucht sein, um sich der menschlichen Fresslust zu entziehen. Der Kadaver stank entsetzlich.
Jetzt strahlt der Wagen wieder im gewohnten Glanz. Man darf ihn in nächster Zeit nur noch in Hausschuhen und Business Casual besteigen, denn schon bald wollen wir nochmal verreisen. Und der Garten? Dort fängt die Maloche jetzt erst richtig an. Die Leidensfähigkeit der Menschen ist offenbar grenzenlos.
6. August 2011 Beach Partys mag ich am liebsten … besonders nachmittags am Hundestrand.
Wie man inzwischen weiß, bin ich hoch sozialisiert, überaus höflich und zu außergewöhnlicher Kommunikation fähig. Jeder Badegast wird von mir persönlich und auf direktem Weg begrüßt. Mich stört es nicht, wenn Handtücher oder Liegematten meinen Weg kreuzen, dass Strandmuscheln ein sehr einladendes Portal aber keinen Hinterausgang haben und die Standfestigkeit von Sonnenschirme im Sandboden beim Frontalaufprall äußerst begrenzt ist.
Ich bin nicht für solche Alleingänge wie die ergraute Schäferhündin dort drüben, die nun schon zum einhundertsechsundsiebzigsten Mal den Ball zurück holt, den ihre ebenso in die Jahre gekommene Besitzerin mit letzter Kraft ins Wasser wirft. Da macht mir die kleine Prügelei mit dem übergewichtigen Beagle um dessen neues Frisbee schon viel mehr Spaß. Den erbosten Blick seines Herrchens und die albernen Drohungen ertrage ich gelassen. Der Kerl ist so fett wie sein Hund - im Sprint haben beide keine Chance gegen mich.
Inzwischen habe ich mich weiter hinten mit dem Retriever vom Strandwärter angefreundet. Ein Kastrat - der Hund (!) - aber sonst ganz patent. Er kennt hier jedes Sandkorn und kann schwimmen wie ein Delfin.
Hund und Herr sind übrigens Saisonkräfte und nur den Sommer über hier oben an der Küste. Sie kommen aus Baden-Württemberg. Woher ich das weiß? Weil die alles können … außer Hochdeutsch.
20. Juli 2011 Es ist Saure-Gurken-Zeit! Eigentlich mag ich sie nicht, diese matschig eingelegten Knubbel. Mal scharf und würzig, mal mild und delikat.
Bei uns im Keller steht ein riesiger Topf mit solchen Säuerlingen. Igitt igitt. Aber gleich daneben duftet noch ein anderes Gefäß mit köstlichen Aromen: Der Rumtopf!
Die Saure-Gurken-Zeit hat auch noch eine weitere Bedeutung. Früher bezeichnete sie ursprünglich eine Zeit, in der es nur wenige Lebensmittel gab; ähnliche Ausdrücke sind das englische „season of the very smallest potatoes“ („Saison der kleinsten Kartoffeln“) und „cucumbertime“ („Gurkenzeit“).
Ein Trost bleibt: Die Saure-Gurken-Zeit geht vorüber und dann kommt die Kartoffelernte … richtig: „The season of the very smallest potatoes“.
1. Juli 2011 Rassismus ist schlecht! Schlecht, wenn er sich gegen Menschen richtet, aber auch schlecht, wenn er von Menschen benutzt wird, um Hunde auszugrenzen.
Hunde, wie sie auf Thüringens Rasseliste stehen, kommen in anderen Ländern als Schutz-, Begleit- oder Therapiehunde zum Einsatz. Bei uns werden sie künftig weggesperrt und zwangssterilisiert, einzig und allein wegen ihrer Rassezugehörigkeit.
Natürlich nicht, für die meisten von denen ist der Bernhardiner ein pilgernder Bettelmönch, der Afghane ein Al-Qaida Mitglied und der Neufundländer ein Relikt der „Neubundländer“.
Unerwünschte Aggression bei Caniden ist keine genetische Veranlagung. Kein Welpe kommt als beißwütige Kampfmaschine zur Welt, er wird von Menschen dazu erzogen und abgerichtet. Solche Spezies findet man auch bei anderen Rassen und nicht nur bei den jetzt stigmatisierten.
Leute ... nach diesem Analogieschluss säße Wolfgang Thierse wohl kaum im Bundestag und Karl Dall wäre niemals ins Fernsehen gekommen! Der wahre Übeltäter ist nicht der Hund, sondern immer sein Halter. Der allerdings muss keinen Wesenstest ablegen, trägt weder Mikrochip noch Maulkorb und wird auch nicht kastriert.
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