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"Das Leben eines Hundes besteht
aus Hunger und Bequemlichkeit."


(Englisches Sprichwort)



28. August 2011

Der countdown läuft.

In der kommenden Woche reise ich nach Frankfurt/M., um am „1. Ebbelwoi-Meeting für Irish Terrier“ teilzunehmen. Dazu später mehr.



                                                     (Foto: © copyright Thomas Zecher)

Frankfurt, das ist ein multikulturelles Dorf mit moderner Skyline. Hinter der futuristischen Hochhauskulisse verbirgt sich nicht nur Deutschlands führender Finanzplatz, sondern eine Stadt mit ausgeprägtem Sinn für Kunst, Kultur und Bodenständiges.

Neben den Wolkenkratzern in der City hat sich eine heimelige Atmosphäre erhalten, die fast dörflich anmutet. Dort pflegen die Frankfurter in den alteingesessenen Apfelwein-Wirtschaften eine provinzielle und weltoffene Gemütlichkeit. So jedenfalls sieht es der ADAC-Reiseführer.

Für mich ist Frankfurt die Stadt der drei „B“Börse - Banken - Bembel. Von dort kommen die Lottozahlen, die ARD-Wetterkarte und die Würstchen - alles was man braucht, um glücklich zu sein.



Und natürlich Holly - meine heimliche Leidenschaft. Sie lebt, wohnt und amüsiert sich in Frankfurt.


Der aufmerksame Tagebuchleser wird sich an meinen Eintrag vom 20. Mai 2011 erinnern. Da hatte ich Holly schon mal vorgestellt.

Sie vor allem ist der Grund, warum ich die 335 km von Gera an den Main unter die Räder nehme, um die irische Schönheit nun endlich persönlich kennen zu lernen.

„Das Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt“, sagt der Volksmund. Wir teilen es gern und laden zu unserem Stelldichein alle Irish Terrier und ihre zweibeinigen Leinenhalter, die Zeit und Muse haben, herzlich ein dabei zu sein.

Wir treffen uns am Sonnabend, den 3. September 2011 um 14.30 Uhr in Frankfurt am Main.

Ausgangspunkt unserer kleinen Wanderung ist der Parkplatz des PSV Blau-Gelb Frankfurt (die Abfahrt von der Rosa-Luxemburg-Straße ist „Nidda-Park“ und dann nach rechts Richtung „Wäldches“). Von dort aus werden wir gemeinsam eine schöne „Gassi-Runde“ drehen.

Dort dürfen wir Hunde unsere Zweibeiner auf dem ehemaligen BUGA Gelände im Freilauf oder an der Leine führen. Das wird ein Spaß! Anschließend können wir noch einkehren und ein wenig plaudern – ein „Frankfurter Kränzchen“ gewissermaßen.

Es gibt auch eine Worst Case Variante (auf deutsch: Wurst-Käse-Szenario):

Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Regen statt!

Selbstverständlich werde ich zu diesem Großereignis schon drei Tage vorher anreisen, damit ich auch ja nichts verpasse und um mich vom jetlag zu erholen. Für alle anderen genügt es, sich rechtzeitig zum angegebenen Zeitpunkt einzufinden.

Ich freu mich drauf!


Ach, nun bin ich schon so aufgeregt, dass ich das Wichtigste fast vergessen hätte.

Es gibt natürlich auch eine Vor-Ort-Hotline direkt in Frankfurt.

Ansprechpartnerin dort ist
Frau Gabriele Zecher über die Email-Adresse g.h-z@tzpr.de




17. August 2011

Die ersten Tage nach dem Urlaub sind bei uns die Hölle. Es gibt nur zwei Dinge die noch schlimmer sind als Koffer auspacken: Das Auto vom Reisedreck befreien und den Garten wieder in einen begehbaren Zustand versetzen.

Dabei gäbe es viel Wichtigeres zu tun, sagt mein Seniorpartner: Zum Beispiel bei einem gut gekühlten Riesling die seit 14 Tagen liegengebliebenen Zeitungen und Zeitschriften durch zu schmökern. Oder den Nachbarn auf ein Bier einzuladen, um mit ihm die alles entscheidende Frage zu diskutieren, warum auf der A7 zwischen Hannover und Hamburg der Seitenstreifen befahren werden darf und trotzdem ein Tempolimit von 120 km/h besteht. Hält sich doch sowieso kein Schwein dran.


„Frauen haben’s da besser,“
flüstert mir "Mister carwash" ins Ohr. „Sie kommen aus dem Urlaub … Waschmaschine an, Deckel auf, Wäsche rein, Deckel zu, fertig! Den Rest erledigt der Automat.“

So etwas würde er aus Sorge um seine körperliche Unversehrtheit natürlich niemals laut sagen. Bemerkungen dieser Art erfüllen bei uns den Tatbestand des Hausfriedensbruchs.

Draußen vor der Garage sah es inzwischen aus wie letzte Woche auf der dänischen Zollstation kurz hinter Flensburg. Des Autos sämtliche Innereien waren breit auf dem Pflaster verteilt. Zum Glück hatte er Motor und Getriebe noch drin gelassen. Im Innenraum roch es streng. Es war aber kein Dieselgeruch und auch nicht das Aroma von verbrannten Bremsbelägen, die bei seiner Fahrweise regelmäßig nach jeder Urlaubsfahrt erneuert werden müssen.


Endlich hatten wir die Ursache des herben Buketts entdeckt. Unter der Fußmatte lag ein in sämtlichen Farben des Regenbogens schillernder Matjeshering.

Wir konnten in Kappeln bei strömenden Regen unsere Fischbrötchen nur im Auto verzehren und da muss wohl so ein zwiebelringgeschmückter Hering aus der Semmel entfleucht sein, um sich der menschlichen Fresslust zu entziehen. Der Kadaver stank entsetzlich.


Aber noch schlimmer war der Sand. Überall war Sand. Der Boden, die Sitze, die Türverkleidungen, der Kofferraum und selbst meine exklusive Fahrgastzelle waren voll mit Sand. Es wurde gekehrt, gesaugt und gebürstet was das Zeug hält.

Wer kennt nicht den wunderschönen Schlager von Bata Illic aus den 60er Jahren: „Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Hawaii …“? Da kann ich ja nur lachen. Wir hatten Sand im Auto vom Strand aus Eckernförde, mit dem hätte man sämtliche Buddelkisten der städtischen Kindergärten von ganz Gera neu befüllen können.

Jetzt strahlt der Wagen wieder im gewohnten Glanz. Man darf ihn in nächster Zeit nur noch in Hausschuhen und Business Casual besteigen, denn schon bald wollen wir nochmal verreisen.

Und der Garten? Dort fängt die Maloche jetzt erst richtig an. Die Leidensfähigkeit der Menschen ist offenbar grenzenlos.


Leute, ich glaube wir sind urlaubsreif!




6. August 2011

Beach Partys mag ich am liebsten … besonders nachmittags am Hundestrand.


Seit einer Woche sind wir nun schon hier im Norden und es gibt für Mensch und Hund genügend Abwechslung, doch vom Strandleben kann ich einfach nicht genug bekommen.




Ob Falshöft, Kronsgaard, Damp oder Eckernförde - wenn ich mit verwegenem Blick und voller Abenteuerlust über die Deichkrone der Brandung entgegen jage, beginnt unten am Strand der helle Wahnsinn.

Wie man inzwischen weiß, bin ich hoch sozialisiert, überaus höflich und zu außergewöhnlicher Kommunikation fähig. Jeder Badegast wird von mir persönlich und auf direktem Weg begrüßt. Mich stört es nicht, wenn Handtücher oder Liegematten meinen Weg kreuzen, dass Strandmuscheln ein sehr einladendes Portal aber keinen Hinterausgang haben und die Standfestigkeit von Sonnenschirme im Sandboden beim Frontalaufprall äußerst begrenzt ist.


Innerhalb weniger Minuten habe ich mich überall vorgestellt, die Lage gecheckt und mir einen repräsentativen Einblick über die soziale Struktur des anwesenden Publikums verschafft.

Ich bin nicht für solche Alleingänge wie die ergraute Schäferhündin dort drüben, die nun schon zum einhundertsechsundsiebzigsten Mal den Ball zurück holt, den ihre ebenso in die Jahre gekommene Besitzerin mit letzter Kraft ins Wasser wirft.

Da macht mir die kleine Prügelei mit dem übergewichtigen Beagle um dessen neues Frisbee schon viel mehr Spaß. Den erbosten Blick seines Herrchens und die albernen Drohungen ertrage ich gelassen. Der Kerl ist so fett wie sein Hund - im Sprint haben beide keine Chance gegen mich.

Oder da vorn die Blondine mit der rappeldürren Dalmatinerin. Das Paar ist ein Paradebeispiel dafür, dass sich Mensch und Hund mit zunehmender Lebensgemeinschaft immer mehr ähneln. Sie - also das Frauchen - hat sich gerade mit Lichtschutzfaktor 300 die letzte Ölung gegeben und erwartet nun den solaren Supergau.

Dünn und bleich dahin gestreckt auf ihrer Bastmatte erinnert sie mich an eine Thüringer Bratwurst im Naturdarm, die gerade auf dem Rost ihrer Bräunung entgegenfiebert. Die Hündin ist offensichtlich vom Äther der Sonnencreme stark narkotisiert und verharrt in bewegungsloser Starre neben ihrem balsamierten Grillgut.

Inzwischen habe ich mich weiter hinten mit dem Retriever vom Strandwärter angefreundet. Ein Kastrat - der Hund (!) - aber sonst ganz patent. Er kennt hier jedes Sandkorn und kann schwimmen wie ein Delfin.

Zu zweit haben wir die Szene am Strand heute ganz schön aufgemischt und tierisch Spaß dabei gehabt. Mit so einem Kumpel kann mir nicht viel passieren, wer wird sich schon über den Freund des Bademeisters beschweren.

Hund und Herr sind übrigens Saisonkräfte und nur den Sommer über hier oben an der Küste. Sie kommen aus Baden-Württemberg. Woher ich das weiß? Weil die alles können … außer Hochdeutsch.




20. Juli 2011

Es ist Saure-Gurken-Zeit!

Eigentlich mag ich sie nicht, diese matschig eingelegten Knubbel. Mal scharf und würzig, mal mild und delikat.

Im Garten wird das grüne Gemüse frisch vom Beet geerntet und wandert sofort in die stinkende Essigbrühe, wo es vor sich hin dümpelt bis sich der Mensch mit seinen unergründlichen Geschmacksverirrungen genüsslich darüber her macht.

Bei uns im Keller steht ein riesiger Topf mit solchen Säuerlingen. Igitt igitt.

Aber gleich daneben duftet noch ein anderes Gefäß mit köstlichen Aromen: Der Rumtopf!


Höchst verlockend, doch seit meinem Blackout nach dem Besäufnis mit der Erdbeerbowle im Mai sind solche toxischen Drogen absolut tabu für mich. Sollen sich andere ihre Synapsen damit verstümmeln, ich brauch meinen scharfen Verstand für höhere Ziele.

Die Saure-Gurken-Zeit hat auch noch eine weitere Bedeutung. Früher bezeichnete sie ursprünglich eine Zeit, in der es nur wenige Lebensmittel gab; ähnliche Ausdrücke sind das englische „season of the very smallest potatoes“ („Saison der kleinsten Kartoffeln“) und „cucumbertime“  („Gurkenzeit“).


Heute wird so unter uns Geschäftsleuten scherzhaft die Zeit des Hochsommers genannt, in der die meisten Kunden Ferien machen und daher Businessflaute herrscht, genauso wie auch in Politik und Kulturleben. Die Auswirkungen erlebt man jetzt täglich in der Zeitung, im Fernsehen … und auf meiner Homepage.

Ein „Sommerloch“ tut sich auf, mit gähnender Leere.

So sind sie eben, die nachrichtenarmen Zeiten – es ist nichts los. Bei mir kommt hinzu, dass mich mein Provider seit Wochen sträflich im Stich gelassen hat. Ein Globalplayer, der es nicht fertig bringt, meine Website störungsfrei durch das Word Wide Web zu steuern.
Arme Zeiten!

Seit 1980 gibt es den Medienpreis „Saure Gurke“ – ein Negativpreis für besonders frauenfeindliche Fernsehbeiträge. Ab sofort lobe ich die „Saure Gurke“ für die missachtete Gleichberechtigung des Hundes im Internet aus. Der Anwärter mit den größten Erfolgsaussichten auf diesen Preis wirbt mit dem Slogan „Erleben, was verbindet.“ Find ich Klasse.

Ein Trost bleibt: Die Saure-Gurken-Zeit geht vorüber und dann kommt die Kartoffelernte … richtig: „The season of the very smallest potatoes“.




1. Juli 2011

Rassismus ist schlecht! Schlecht, wenn er sich gegen Menschen richtet, aber auch schlecht, wenn er von Menschen benutzt wird, um Hunde auszugrenzen.


Hier im Freistaat Thüringen wurde nun doch das umstrittene Kampfhundegesetz durchgeboxt, es soll im September in Kraft treten. Jetzt bestimmt also die Politik mit einer Rasseliste, welche Hunde gefährlich sind und welche nicht.

Hunde, wie sie auf Thüringens Rasseliste stehen, kommen in anderen Ländern als Schutz-, Begleit- oder Therapiehunde zum Einsatz. Bei uns werden sie künftig weggesperrt und zwangssterilisiert, einzig und allein wegen ihrer Rassezugehörigkeit.

Sind die Gesetzgeber im Landtag nun etwa alle hochprofessionell geschulte Hundeexperten geworden, die jeden Einwand von Wissenschaftlern, Tierärzten oder Zuchtverbänden schon aufgrund ihrer überragenden Kompetenz abschmettern dürfen?

Natürlich nicht, für die meisten von denen ist der Bernhardiner ein pilgernder Bettelmönch, der Afghane ein Al-Qaida Mitglied und der Neufundländer ein Relikt der „Neubundländer“.

Parteiübergreifend sind die Damen und Herren den bequemsten Weg gegangen, haben nach tragischen Vorfällen der letzten Monate den Zeitgeist bedient und wieder mal den Schwächsten zum Sündenbock gemacht.

Wir Hunde haben keine „Volksvertreter“ im Parlament, wir haben auch kein Wahlrecht … noch nicht mal das Recht, uns den eigenen Herrn auszuwählen. Sonst wäre Vieles besser.

Unerwünschte Aggression bei Caniden ist keine genetische Veranlagung. Kein Welpe kommt als beißwütige Kampfmaschine zur Welt, er wird von Menschen dazu erzogen und abgerichtet. Solche Spezies findet man auch bei anderen Rassen und nicht nur bei den jetzt stigmatisierten.



Freilich erinnert der gut bemuskelte Staffordshire Bullterrier nur selten auf den ersten Blick an einen fröhlich ausgelassenen Familienhund. Aber muss man von der Physiognomie gleich auf das Wesen schließen?

Leute ... nach diesem Analogieschluss säße Wolfgang Thierse wohl kaum im Bundestag und Karl Dall wäre niemals ins Fernsehen gekommen!

Der wahre Übeltäter ist nicht der Hund, sondern immer sein Halter. Der allerdings muss keinen Wesenstest ablegen, trägt weder Mikrochip noch Maulkorb und wird auch nicht kastriert.


                                                     Warum eigentlich nicht?