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                     +++ unbegrenzte Zuchtzulassung +++

                                    +++ angekört +++

                             +++ Cystinurie: negativ +++

               C ystin im Urin              92        nmol/mg K
               O rnithin im Urin            16        nmol/mg K
               L ysin im Urin                59        nmol/mg K
               A rginin im Urin              28        nmol/mg K

                          +++ Patellaluxation: Grad 0 +++




Als Mitglied eines angesehenen Klubs mit Sitz in Kelsterbach verkehrt man unter sich. Denn wichtig ist was hinten rauskommt, wusste schon der dicke Kohl. Genau! Bei uns muss das dem Standard entsprechen. Deshalb unterzieht man sich vor der Vermählung einer Prüfung. Die nennt man in Fachkreisen "Zuchtzulassungsprüfung".

Jaaa, ihr Zweibeiner, das solltet ihr euch mal zum Vorbild nehmen!

Ich jedenfalls habe meine Zuchtzulassungsprüfungen mit Bravour gemeistert. Außerdem bin ich auf Lebenszeit angekört und trage damit das Prädikat eines besonders zur Zucht empfohlenen Deckrüdens. Aber davon erzähle ich später mehr.





Merzen/Gera, 10. Mai 2009. Es ist vollbracht! Am Muttertag war für mich Vatertag. Paradox? Nein! Stellt euch vor, ich bin zum zweiten Mal Papa geworden. Nach dem O-Wurf geht nun auch der P-Wurf vom Haseland auf mein Konto. Vier Welpen - zwei Rüden und zwei Mädchen - alles Sonntagskinder und auch sonst vom Feinsten, wie bei der Liaison Tessa und Torin nicht anders zu erwarten war.

Bei der Geburt war ich nicht anwesend. Da bin ich eben doch noch ein wenig altmodisch. Und ob so ein ‚Sensibelchen’ wie ich den ganzen Stress unbeschadet überstanden hätte, wage ich zu bezweifeln. Ihr wisst doch: Frisch gebackene Väter sind stark und stolz, aber eben auch sehr empfindsam!



Über Life- und Konferenzschaltungen haben mich die Heb- und Wurfammen im Haseland jedoch ständig über das aktuelle Geschehen der hochadligen Niederkunft unterrichtet. Dass Radio Vatikan aus diesem Anlass mit einer Sondermeldung sein aktuelles Programm unterbrochen hat, will ich weder dementieren noch bestätigen. Wer es zufällig gehört hat, soll sich bitte bei mir melden - ich werde es zu honorieren wissen. 

Doch nun kommt das Beste. Wollt ihr wissen wie die Zwerge heißen? Na klar doch, ich platz ja fast vor Freude, denn alle Namen habe ich erfunden! Beim P-Wurf muss der Name mit ‚P’ beginnen, also:

                                          „Purple Haze“

Die Älteren unter euch werden doch noch den Gitarren-Kracher von Jimi Hendrix aus den 60er Jahren kennen, eben „Purple Haze“. Mein Psychedelic-Rock-Oldie hier zu Hause ist immer ganz hin und weg, wenn dieser Song wieder mal aus der Jukebox hämmert. Aber „Purple Haze“ bedeutet auch etwas ganz Zartes, ich übersetze es frei mit „purpurner Schleier“ und somit schließt sich dann auch der Kreis zu meinen rotbehaarten Hundekindern. Passt doch prima! Es gibt sogar eine Blume mit diesem Namen. Seht mal hier:


Passionsblume "Purple Haze"


Inzwischen ist bei YouTube ein filmreifer Videoclip von Tessa und meinen Knirpsen erschienen. Schaut ihn euch an, allein schon die Musik geht unter die Haut! Die nächste Oscar-Verleihung wird mit großer Sicherheit von "Purple Haze" dominiert. Ich werde schon mal die Laudatio vorbereiten. 

              http://www.youtube.com/watch?v=WQk77988-Po

Hier nun die Namen der von mir getauften Welpen:



Purple Haze Tyron vom Haseland

Vom ersten Atemzug an ein echter Draufgänger, kommt also ganz nach mir. Deshalb auch die Ähnlichkeit im Namen. Der Frechdachs hat auch schon einen Spitznamen: „King of Currywurst“, find ich Klasse!


                            Purple Haze Tyron vom Haseland


Purple Haze Donovan vom Haseland

Ist eher der ruhigere Typ und noch ein Leichtgewicht, aber auch schon ganz agil.


 Purple Haze Donovan vom Haseland


Purple Haze Eireen vom Haseland

Ein wunderschönes zartes Mädchen mit dem Haarkleid wie die Mama, macht ihrem Namen alle Ehre!


                        Purple Haze Eireen vom Haseland


Und schließlich

Purple Haze Lauryn vom Haseland

Ebenfalls ein Super-Girl mit viel Charme, kam ziemlich spät aus dem Startblock, holt aber nun schnell auf.


 Purple Haze Lauryn vom Haseland


Bei den beiden geht's drunter und drüber, von mir haben die das nicht!



Und hier zeigt mein Kronprinz Tyron den anderen schon mal, wer das Sagen hat!



Leute schaut mich an! Ich bin mächtig stolz auf meine Welpen!



Wer noch mehr über diesen und weitere Würfe aus dem Haseland-Kennel erfahren möchte, ein Click genügt hier: 

                                         www.irishterrier.org





Merzen, 10. März 2009. Mann, oh Mann, war das eine aufregende Woche so kurz vor dem Frühlingsanfang im März. Wie der Blitz aus heiterem Himmel kam die Nachricht, dass Tessa mich wieder mal sehen möchte. Da sie selbst des Reisens unlustig war, machte ich mich auf den Weg ins Haseland - bei Nacht und Nebel. Auf halber Strecke wurden sogar noch die Pferde gewechselt, damit ich ja schnell genug vorankomme. Der Erlkönig lässt grüßen.

Zum ersten Mal allein von zu Hause weg, das war schon schwer. Und mein Hauspersonal erst - die kommen doch ohne mich nicht zurecht! Ihr wisst doch wie es ist, wenn der Patriarch die Familie verlässt, da gibt es aktuell genügend tragische Beispiele, auf die ich hier nicht näher eingehen will.

Aber im Haseland war es toll. Ich war der Hahn im Korbe, wie man so sagt. Fünf Hundedamen tanzten ständig um mich herum und die Züchtermama sorgte sich auch rührend um mich. Natürlich musste ich erst mal allen zeigen, dass ein Heißsporn wie ich andere Ansprüche stellt, als man es im Mädchenpensionat allgemein gewöhnt ist. Ich hoffe (oder sollte ich lieber sagen: befürchte?), dass mein Aufenthalt einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.



Der Zweck meiner Reise war die Wiederholung des Sommermärchens mit Tessa aus dem Jahr 2008. Inzwischen hatte sie mir meinen eiskalten Seitensprung vom Januar verziehen und wir konnten erneut wunderschöne Hochzeitstage genießen. Mehr werdet ihr auch diesmal nicht von mir erfahren.



Ja ich weiß: Wenn ich nach Hause komme höre ich wieder einen gehässigen Spruch von meinem „Alt-68er“:

                       „Wer zweimal mit derselben pennt,
                               gehört schon zum Establishment“

Na und? Ist mir doch egal, gehöre ich eben jetzt auch dazu. Aber schön war es doch!

                                                                       (2 Fotos: © Gielians)



Gera, 22. Juli 2008. Als ich im Juli 2008 mit meinem Sekretär die nächsten Termine durchgehen wollte, sagte der nur: „Tessa kommt.“ Erst ein verständnisloser Blick, doch dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Na klar, nach meiner feierlichen Beförderung zum Deckrüden war es doch nur noch eine Frage der Zeit, bis mir die Bewerberinnen die Tür einrennen würden.

Dass jedoch ausgerechnet die preisgekrönte Countess Bernadette (so ihr richtiger Name) am Anfang dieser vermutlich endlosen Kette von Begegnungen stehen sollte, war für mich Ehre und Verpflichtung zugleich.

Schon bald stand die schwarze Hochzeitslimousine bei uns vorm Haus. Als Mitgift bekam ich ein wunderschönes Bilderbuch aus meiner Geburtsregion. Für meine zweibeinigen Leckermäuler gab’s Unmengen der köstlichen Konfitüre aus Züchtermamas Küche.



Endlich war es soweit. Draußen war’s heiß. Tessa auch. Wir suchten die schattige Kühle eines wild-romantischen Schrebergartens. Dann ging alles ziemlich schnell. Ich war stürmisch und sie zeigte sich aufgeschlossen. Nach etwa 20 Minuten ordneten wir unsere Sachen und begaben uns in die Obhut unserer Sekundanten. Der Abschied erinnerte mich später ein wenig an die biblische Szene von der Vertreibung aus dem Paradies.

Zur Absicherung des Erfolges wurde unser Stelldichein in den nächsten Tagen noch einige Male wiederholt.

An die Paparazzi unter euch: Freilich gibt es auch Hochzeitsfotos. Aber die werden nicht veröffentlicht. Der Kavalier genießt und schweigt!

Übrigens, noch was: Kennt ihr den Song von Peter Maffay, wo er siebzehn war und sie einunddreißig? Fast noch ein Kind, sank er in ihre Arme und als die Sonne aufging, erwachte er als Mann. Das Lied ist mir auf den Leib geschrieben. Nur - ich war erst dreizehn!!!



Gleich nach der Bundessiegerausstellung im Oktober 2008 in Dortmund eilte ich nach Merzen, um mir meinen Nachwuchs anzuschauen.



Ich konnte zufrieden sein. Die Knirpse waren wohlbehütet und in bester Verfassung. Natürlich habe ich alles gründlich inspiziert und dem Pflegepersonal am Ende meiner Untersuchung ein "Vorzüglich" erteilt.



Mit größter väterlicher Fürsorge bewundere ich meinen ersten Sohn, der bezeichneter Weise "O-Malley's Torin-Mäxle" genannt wird. Nomen est omen! Übrigens: Der Bursche war hier gerade mal vier Wochen alt.