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Schiepiz bei Halle/Sa., 19. April 2009. Nun habe ich es Schwarz auf Weiß: Mein Einsatz als Deckrüde ist seit heute unbefristet, und „angekört“ wurde ich auch! Meine zweite Zuchtzulassungsprüfung war wieder ein voller Erfolg. 

Das ganze Procedere war mir ja nicht unbekannt. Zunächst die übliche Präsentation auf dem Tisch. Ich stand wie eine ‚Eins'.  Dann wurde das Zuchtzulassungsprotokoll minutiös abgearbeitet. Gesamteindruck, Typ und Ausdruck wurden tadellos beurteilt. Man bescheinigte mir ein flüchtiges Gebäude - logisch, ich bewege mich doch sowieso immer wie auf der Flucht. Ja, wenn’s sein muss auch mit dem Skateboard.



Ohren, Rute, Augen und Gebiss sind so, wie man es von einem Irish meines Formats erwartet. Der Brustkorb noch tiefergelegt als ein Opel Manta. Bei der Frage nach den Hoden senkte ich verschämt das Haupt. Konnte doch eh jeder sehen. Am Abend zuvor hatte mein Hairstylist die untere Linie sauber herausgearbeitet und dabei meine edlen Teile von allen überflüssigen Fusseln befreit. Prall und rund, wie von Rubens gemalt, glänzten sie im Frühlingslicht. 

Apropos Haarkleid. Das ist ja mein höchster Trumpf, wie sich auch diesmal wieder bestätigt hat. Vorzüglich in Farbe und Struktur ähnelte ich dem roten Planeten in unserem Sonnensystem. So gilt auch in Zukunft: Gefärbt wird bei mir nicht - niemals und an keiner Stelle!



Stolz bin ich auf die Einschätzung meines Verhaltens: Freundlich, unbeeindruckt, aufmerksam! Und mein überschäumendes Temperament hat sich ja inzwischen in der Szene auch schon rumgesprochen. 

Einziger Wehrmutstropfen an diesem wundervollen Tag – meine Hobbyfotografin hatte die Kamera nicht rechtzeitig parat. Die schönsten Posen von mir werden nun auf ewig der weltweiten Öffentlichkeit vorenthalten bleiben.



Zum Schluss noch eine Episode am Rande: Seit heute habe ich höchsten Respekt vor den Airdale Terriern. Die mussten sich einem Test zur Schussfestigkeit unterziehen. Man hat dreimal gnadenlos auf diese schönen Hunde abgefeuert und keiner ist umgefallen. Entweder war der Schütze blind oder die kugelsicheren Westen mit dem schwarzen Rückenstreifen schützen tatsächlich so perfekt.




Hamm/Westf., 19. Juli 2008. Meine erste Zuchtzulassungsprüfung ähnelte in etwa einer Ausstellung, nur war hier mehr Sein als Schein. Außerdem wird man nicht gerichtet, sondern protokolliert. Voraussetzung für die Prüfung sind sehr gute Ausstellungsergebnisse. Für mich kein Problem. zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon vier V 1. Quatsch, keine Raketen ... Formwertnoten!

Zunächst kam ich auf den Tisch, was Zuhause streng verboten ist, außer beim Trimmen. Nach dem Kommando meines Züchtervaters „Junge, steh gerade!“ hatte mein Rücken das Format einer Nivellierwaage. Ohren und Rute waren in „hab acht“ - Stellung und die Winkelungen wie mit einem Sextanten ausgerichtet. Mein rotes Doppelhaar leuchtete in der Morgensonne, naturbelassen und frei von Konservierungsstoffen. Masse und Maße standen im korrekten Verhältnis. Alle, die meinten ich sei ein Dickschädel, wurden Lügen gestraft.



Dann ein kurzer Sprint - und mein Gangwerk war frei. Anschließend ging es in die Gruppe mit den anderen Aspiranten. Man bescheinigte mir ein freundliches, sozial sicheres und unbeeindrucktes Verhalten. Was sonst?! Nur, als die alte Vogelscheuche mit dem kaputten Regenschirm kam, musste ich schon grinsen. Wie kann man sich als Mensch nur so lächerlich machen? 



Im Ergebnis meiner Prüfung erhielt ich ein uneingeschränktes Testat, verbunden mit der Erlaubnis zum Decken (wie schamlos das klingt). Allerdings befristet für ein Jahr, weil ich noch so jung war. Okay, geh ich eben nächsten Sommer wieder hin. Es gibt Schlimmeres.